FUSSBALL

Kleinfeldfußball
Diese Variante des Fußballs ist besonders beliebt bei Menschen mit mentaler Behinderung. Es spielen fünf Personen pro Team. Auch im Kleinfeldfußball gelten grundsätzlich die Regeln der FIFA mit wenigen Ausnahmen. So entspricht das Spielfeld in etwa der Hälfte eines Fußballfeldes und die Tore sind kleiner als beim Großfeldfußball. In Österreich gibt es für Menschen mit mentaler Behinderung auch eine eigene Großfeldfußball-Meisterschaft.

Fußball 5-a-side
Ein Team besteht aus fünf Spielern inklusive einen Tormann. Wegen der Chancengleichheit müssen alle Feldspieler, mit Ausnahme des Tormannes lichtundurchlässige Augenbinden tragen. Der Torwart und die zwei Zurufer müssen Sehfähigkeit besitzen. Der Ball ist mit Klingeln ausgestattet, die dabei entstehenden Geräusche helfen den Spielern, sich zu orientieren. Außerdem müssen sich die Spieler, die nicht im Ballbesitz sind und den Ball suchen bzw. erkämpfen wollen, mit dem Wort „voy“ bemerkbar machen. Gespielt wird zweimal 25 Minuten auf einem Spielfeld von ungefähr 40 x 20 m.

Fußball 7-a-side
Fußball 7-a-side ist seit 1984 ein paralympischer Bewerb für Menschen mit Cerebralparese. Pro Mannschaft stehen sieben Spieler auf dem Spielfeld, das ca. 50 x 70 m groß ist. Ein Spiel dauert 60 Minuten mit einer Halbzeitpause von 15 Minuten. Es gibt keine Abseitsregel und "Einwürfe" dürfen auch mit einer Hand eingerollt werden.

Hallenfußball
Hallenfußball ist ein beliebter Bewerb bei Menschen mit mentaler Behinderung. Ein Team, das auch gemischt sein kann, besteht aus fünf Feldspielerinnen oder Feldspieler und einer Torfrau oder einem Tormann. Die Tore sind 5 x 2 m, der Strafraum ist als Halbkreis mit einem Radius von 7 m markiert.


Für immer Fußball

Die Faszination Fußball ist auch im Behindertensport ein Thema. Die Variationen sind zahlreich, so dass jeder und jede die Chance hat, sein Traumteam zu finden.

„Das Beste am Fußball für Blinde und Sehbehinderte? Natürlich ein Tor zu schießen! Da ist nicht viel Unterschied zum herkömmlichen Fußball. Es macht mindestens genau so viel Spaß.”

Ansprechpartner

FUSSBALL
Herr Matias Costa
costa(at)oebsv.or.at

Die Klassifizierung (Fußball)

Fußball für blinde und sehgeschädigte Menschen (Football 5-a-side / IBSA)

Fußball für sehbehinderte Menschen. Spielerinnen bzw. Spieler, die in die Startklasse B1 klassifiziert wurden, sind spielberechtigt. Eine Mannschaft besteht aus vier Feldspielerinnen bzw. -spielern sowie einem sehenden Torwart. Der B2/B3 Fußball ist nicht paralympisch.

Fußball für Menschen mit Zerebralparese (Football 7-a-side / CP-ISRA)

Fußball für Zerebralparetiker. Jede Mannschaft besteht aus sieben Sportlerinnen/Sportlern. Während des Spiels muss immer mindestens eine Spielerin/ein Spieler der Klassen FT 5 oder FT 6 auf dem Spielfeld sein (meistens Torwart) und max. eine Spielerin/ein Spieler der Klasse FT 8.

FT 5 - Diplegie. Deutliche Erhöhung des Muskeltonus in den Beinen während des Spiels. Reduzierung der Schrittlänge. Probleme mit dem Pivoting (Drehung). Schnelles Laufen ist nur auf kurzen Distanzen möglich.

FT 6 - Athetose, Ataxie, gemischte Krankheitsbilder. Probleme beim Stoppen und Richtungswechsel mit und ohne Ball. Probleme mit der Koordination beim Einfangen, Verfolgen, Dribbeln und Schießen des Balls. Die Fähigkeit zu explosiven Bewegungen (springen) ist stark eingeschränkt. Gleichgewichtsprobleme im Standbein beim Passen.

FT 7 - Hemiplegie. Beim Laufen bewegt sich die Spielerin/der Spieler auf der betroffenen Seite immer auf den Zehenspitzen. Die Sportlerin bzw. der Sportler hat Probleme mit Richtungswechsel und Gleichgewicht auf der betroffenen Seite. Das Laufen wird mit Steigerung des Muskeltonus im betroffenen Arm begleitet. Asymmetrische Schrittlänge durch eingeschränkte Hüftstreckung und das Heben der Knie. Das Kicken des Balls mit der betroffenen Seite ist teilweise möglich.

FT 8 - Minimale Hemiplegie, Athetose, Ataxie, milde Diplegie, Monoplegie. Sportlerinnen/Sportler zeigen fast normale Funktionen. Die Einschränkung (Erhöhung des Muskeltonus, Athetose, Ataxie) sollte bei der Klassifizierung sichtbar sein. Seitenunterschiede, Tremor oder Einschränkungen im Bewegungsradius sollten in Bezug auf die Schwerkraft betrachtet werden. Andere Plus- Symptome: Differenz in der Beinlänge(über 2cm.), asymmetrischer Muskelaufbau, positiver Babinski-Test (Fußsohlenreflexe die auf pathologische Beeinträchtigungen hinweisen), Unterschiede bei den Reflexen, Wartenberg Zeichen, Dysdiadochokinese (Beeinträchtigung der Bewegungskoordination).

Quelle: BISP (2014). Das Klassifizierungssystem der paralympischen Sportarten. Mit Unterstützung des DBS, Bonn, Dezember 2014, S. 15-16