LEICHTATHLETIK

Über die Leichtathletik
Die Leichtathletik zählt zu den traditionellen Behindertensportarten. Mit ihrer Vielfalt an Disziplinen ist die Leichtathletik nicht nur im Spitzensport, sondern vor allem im Breitensport sehr beliebt.

Beliebte Leichtathletik
Die Leichtathletik lässt sich ideal auf die individuellen Bedürfnisse und sportlichen Ziele abstimmen. Die unterschiedlichen Bewegungsabläufe und Disziplinen trainieren Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit. Die Leichtathletik, vor allem das Laufen oder Fahren, wirkt nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele. Denn neben der sportlichen Betätigung findet auch eine aktive Auseinandersetzung mit sich und der Umwelt statt und der Austausch mit anderen Menschen und die Bewegung in frischer Luft steigert das Wohlbefinden.

Einige Regeln der Leichtathletik
Als Grundlage dienen die allgemeinen Regeln der Leichtathletik mit Anpassungen an die behinderungsspezifischen Erfordernisse. So können Menschen mit (Spezial-)Prothesen laufen, Menschen in Rollstühlen werfen aus einem Wurfstuhl Diskus oder Speer und Menschen mit Sehbehinderungen haben Guides, die ihnen beim Hoch- oder Weitspringen zurufen. Das Rennrollstuhlfahren ist eine der attraktivsten Disziplinen, die Streckenlängen gehen von 100m bis zur Marathondistanz.

Aufgrund der vielen Disziplinen und Behinderungsklassen wird mit einem Punktesystem gewertet, das die Schwere der Behinderung und die erbrachte Leistung in ein faires Verhältnis setzt und dadurch mit den Gegnern vergleichbar macht.


Vielfältige Leichtathletik!

Die Leichtathletik hat so viele Disziplinen, dass bei nahe für jede/n etwas dabei ist: Speerwurf, Kugelstoßen, Dis kuswurf, Weitsprung, Dreisprung, Hochsprung, Laufen oder Rollstuhlfahren.

Ansprechpartner

LEICHTATHLETIK
Frau Mag. Andrea Scherney
scherney(at)oebsv.or.at

Die Klassifizierung (Leichtathletik)

Ist eine der populärsten und ältesten Sportarten, sowohl im Nichtbehinderten- als auch im Behindertensport. In Athen nehmen Athlet/innen von 4 Behinderungsarten teil: Sehbehinderte Athlet/innen, Athlet/innen mit cerebraler Parese, Amputierte und „Les Autres“ und Athlet/innen mit Rückenmarksschäden.

Die zahlreichen Behinderungsformen, sowie die zahlreichen Disziplinen im Werfen, Springen und Fahren/Laufen bedingen eine große Anzahl an Bewerben, und lassen die Klassifizierung auf den
ersten Blick sehr kompliziert erscheinen.

Jedoch sind die Klassen entsprechend strukturiert. Die Zehnerziffer beschreibt die Behinderungsart, die Einerziffer die Abstufungen innerhalb dieser:

  • Klassen 11 - 13: verschiedene Grade der Sehbehinderung
  • Klasse 20: Athlet/innen mit mentaler Behinderung (nicht bei den Paralympics in Athen!)
  • Klassen 32 - 38: verschiedene Formen der cerebralen Parese (stehend und sitzend)
  • Klassen 40 - 46: verschiedene Schweregrade von Amputationen und anderen Körperbehinderungen („Les Autres“, Kleinwuchs, etc.)
  • Klassen 51 - 58: verschiedene Lähmungshöhen bei Rückenmarksverletzungen

Faustregel: Je niedriger die Klassennummer, desto höher der Grad der Behinderung, je höher die Klassennummer, desto geringer der Grad der Behinderung.

Der Buchstabe "T" (= Track) bezeichnet Bahn-Wettbewerbe (Laufen, Fahren), der Buchstabe "F" (= Field) die technischen Disziplinen (Springen, Werfen).

Lauf- und Fahrbewerbe ("Track")

T11 - B1 Athlet/innen
T12 - B2 Athlet/innen
T13 - B3 Athlet/innen
T20 - Athlet/innen mit mentaler Behinderung
T32 - CP2
T33 - CP3
T34 - CP4
T35 - CP5
T36 - CP6
T37 - CP7
T38 - CP8
T42 - Einseitige Oberschenk el-Amputation oder kombinierte Arm-/Bein-Amputationen
T43 - Doppelte Unterschenkel-Amputation oder kombinierte Arm-/Bein-Amputationen
T44 - Einseitige Unterschenkel-Amputation oder mäßige Funktionseinschränkung, die das Gehen mit einem oder beiden Beinen ermöglicht
T45 - Doppel-Oberarm-Amputationen oder Doppel-Unterarm-Amputationen
T46 - Einseitige Oberarm-Amputation, einseitige Unterarm-Amputation oder normale Beinfunktionen mit einem Körperschaden am Rumpf und/oder Armen
T51 - Leichte Schwäche in den Schultern, Ellenbogen kann normal gebeugt werden, aber begrenzte Funktionen beim Strecken, das Handgelenk kann zurück gebeugt werden, aber nicht vo rwärts, keine Fingerfunktionen, keine Rumpf- und Beinfunktionen
T52 - Gute Schulter-, Ellenbogen- und Handfunktionen, begrenzte Fingerfunktionen, keine Rumpf- und Beinfunktionen
T53 - Normale Arm- und Handfunktionen, begrenzte oder keine Rumpffunktionen, keine Beinfunktionen
T54 - Normale Arm- und Handfunktionen, Bewegungsumfang des Rumpfes von gering bis normal, einige Beinfunktionen können vorhanden sein

Technische Disziplinen ("Field")

F11 - B1
F12 - B2
F13 - B3
F20 - Athlet/innen mit mentaler Behinderung
F32 - CP2
F33 - CP3
F34 - CP4
F35 - CP5
F36 - CP6
F37 - CP7
F38 - CP8
F40 - Kleinwüchsige Athlet/innen mit einer max. Körpergröße von 140 cm und einem diagnostizierten Kleinwuchs
F42 - Einseitige Oberschenkel-Amputation, doppelte Unterschenkel-Amputation und Athlet/innen mit kombinierten Arm-/Beinamputationen, auch Athlet/innen, die Schwierigkeiten beim Gehen haben, z.B. Behinderung eines Beines durch Kinderlähmung
F43 - Doppelte Unterschenkel-Amputationen oder Athlet/innen mit kombinierten Bein-/Arm- Amputationen; die Athlet/innen können auch normale Funktionen im Wurfarm in Verbindung mit reduzierten Funktionen in den Beinen oder gewisse Balance-Probleme haben.
F44 - Einseitige Unterschenkel-Amputation, Athlet/innen mit normalen Funktionen im Wurfarm und geringen Funktionseinschränkungen in den Beinen sowie leichte Balance-Schwierigkeiten.
F45 - Doppelte Oberarm-Amputation und doppelte Unterarm-Amputation
F46 - Einseitige Oberarm-Amputation und einseitige Unterarm-Amputation, gehen mit normalen Funktionen im Wurfarm, minimale Rumpf- und Beinbehinderungen, reduzierte Funktion des Wurfarms
F51 - Leichte Schwäche in den Schultern, Arme können im Ellenbogengelenk normal gebeugt werden, sind aber eingeschränkt bei der Streckbewegung; das Handgelenk kann gestreckt, aber nicht gebeugt werden; keine Fingerbewegungen, keine Rumpf- und Beinbewegungen
F52 - Normale Schulter- und Ellenbogenfunktionen, gewöhnlich bestehen gute Handgelenksfunktionen, aber keine Fingerbewegungen, keine Rumpf- und Beinbewegungen
F53 - Normale Schulter-, Ellenbogen- und Handgelenk sfunktionen, aber mit leichten Einschränkungen der Fingerfunktionen, keine Rumpf- und Beinbewegungen
F54 - Uneingeschränkte Funktion der Arme und Hände, keine Rumpf- und Beinbewegungen
F55 - Normale Arm- und Handfunktionen; Rumpf kann in der Senkrechten aufgerichtet werden und eine Torsion der Wirbelsäule ausgeübt werden, keine Beinfunktionen
F56 - Normale Arm- und Handfunktionen; Rumpf kann gestreckt werden und eine Torsion ausgeübt werden; beim Sitzen im Rollstuhl kann frei nach vorne gebeugt und wieder aufgerichtet werden; geringe Beinfunktionen
F57 - Normale Arm- und Handfunktionen; Rumpf kann gestreckt werden und eine Torsion ausgeübt werden; der/die Sportler/in kann sich frei nach vorne beugen und wieder aufrichten und frei zu beiden Seiten bewegen, ohne die Balance zu verlieren; vermehrte Beinfunktionen im Vergleich zur Klasse F56
F58 - Normale Arm- und Handfunktionen, normale Rumpffunktionen, mehr Beinfunktionen als F57