SCHWIMMEN

Für wen ist Schwimmen geeignet?
Der Schwimmsport zählt zu den bedeutendsten Sportarten im Behindertensport. Für alle Formen und Schweregrade der Behinderung ist die Bewegung und das Spiel im Wasser möglich.

Warum Schwimmen so gut tut
Schwimmen bietet ein breites Spektrum an Wahrnehmungs- und Erlebnisinhalten. Auch aus medizinischer Sicht ist die Bewegung im Wasser besonders wertvoll. Denn durch den Auftrieb des Wassers werden Gelenke und Wirbelsäule entlastet. So können auch Menschen, die an „Land“ nicht so mobil sind, im Wasser ihre Ausdauer trainieren, ohne dabei ihren Bewegungsapparat zu überlasten. Denn durch den Wasserwiderstand können die Muskeln trainiert werden. Die Fähigkeit, Arm- und Fußbewegungen zu steuern und zu kontrollieren, wird ebenfalls geschult.

Besonderheiten beim Schwimmen
Die inhaltlichen Schwerpunkte der einzelnen Übungsstunden und die langfristigen Ziele unterscheiden sich je nach Wünschen und Bedürfnissen der einzelnen Sportlerinnen und Sportler. Darüber hinaus ist das Schwimmen der Schlüssel zu einer ganzen Reihe weiterer Sportarten, die alle im und auf dem Wasser betrieben werden, so zum Beispiel: Segeln, Surfen, Kanufahren und Rudern.


Gleite wie ein Fisch!

Zum Schwimmen zählt ein breites Spektrum an Aktivitäten: Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulen, aber auch die Wasser gewöhnung beim Anfänger schwimmen. Hier werden Ängste und Hemmungen spielerisch abgebaut.

Ansprechpartner

SCHWIMMEN
Frau Mag. Andrea Scherney
scherney(at)parasport.at

Die Klassifizierung (Schwimmen)

Schwimmen ist eine Sportart, die die funktionellen Bedingungen des Gliedmaßenverlustes, der Hirnschädigung (Koordinations- und Bewegungseinschränkungen), der Rückenmarksschädigung (Schwäche und Lähmung, die die Gliedmaßen in unterschiedlichem  Ausmaß und Kombination betreffen) und andere Behinderungen (z.B. Kleinwuchs, Einschränkungen an den Großgelenken) quer durch alle Klassen in Beziehung setzt. Alle Klassen beginnen mit dem Großbuchstaben "S".

Die Klassen S1-S10 gelten für alle Körperbehinderten.

Die Klassen S11-S13 gelten für die Sehbehinderten.

Die Klasse S14 gilt für Sportler/innen mit einer mentalen Behinderung (nicht startberechtigt in Athen!).

Der Großbuchstabe "S" vor der Klassenziffer kennzeichnet die Klassen für das Freistil-, das Rücken- und das Schmetterlingsschwimmen. Die Abkürzung "SB" vor der Klasse bezeichnet die Klasse für das Brustschwimmen. Die Abkürzung "SM" bezeichnet die Klasse für das Lagenschwimmen.

Der Umfang der Klassifizierung der Körperbehinderten reicht von schwerstbehinderten (S1, SB1, SM1) bis zu leicht behinderten Athlet/innen (S10, SB9, SM10).

In jeder Klasse dürfen Athlet/innen, mit Rücksicht auf ihre Behinderung, mit einem Startsprung, vom Beckenrand aus oder direkt aus dem Wasser starten. Dies wird  durch einen Parameter bei der Klassifizierung berücksichtigt. Nachfolgend sind einige Beispiele der funktionellen Schwimmklassen aufgeführt:

S1, SB1, SM1 - Schwimmer, die sehr schwere Koordinationsprobleme in allen vier Gliedmaßen haben oder bis auf geringfügige Benutzung der Schultern weder die  Beine, den Rumpf noch die Hände einsetzen können.

S2, SB2, SM2 - Ähnliche Behinderungen wie Klasse S1, aber diese Athlet/innen besitzen mehr Vortrieb, wenn sie ihre Arme und Beine benutzen.

S3, SB3, SM3 - Schwimmer mit angemessenem Armzug, die aber weder Beine noch Rumpf benutzen können. Schwerwiegender Verlust an den vier Gliedmaßen.  Athlet/innen in dieser Klasse besitzen größere Fähigkeiten im Vergleich zu S2.

S4, SB4, SM4 - Schwimmer, die ihre Arme benutzen und geringfügige Schwächen in ihren Händen haben, aber den Rumpf und die Beine nicht einsetzen können.  Schwimmer mit Koordinationsschwierigkeiten in allen vier Gliedmaßen, aber stärker in den Beinen. Auch für den Verlust von drei Gliedmaßen. Größere Fähigkeiten im Vergleich zur Klasse S3.

S5, SB4, SM5 - Schwimmer, die vollständig ihre Arme und Hände benutzen können, aber ohne Rumpf- und Beinmuskeln. Schwimmer, die immer noch Koordinationsschwierigkeiten haben.

S6, SB5, SM6 - Schwimmer mit uneingeschränkten Arm- und Handfunktionen, wenig Rumpfkontrolle, aber keine verwertbaren Beinmuskeln. Schwimmer mit  Koordinationsproblemen, obwohl diese Athlet/innen noch gehen können. Auch für Kleinwüchsige und Schwimmer mit größeren Verlusten an zwei Gliedmaßen.

S7, SB6, SM7 - Schwimmer, die ihre Arme und den Rumpf voll benutzen können, mit geringen Beinfunktionen. Schwimmer mit Koordinationsschwierigkeiten oder  Schwäche auf einer Seite des Körpers. Verlust von zwei Gliedmaßen.

S8, SB7, SM8 - Schwimmer mit vollen Arm- und Rumpffunktionen sowie geringen Beinfunktionen. Schwimmer mit nur einem einsetzbaren Arm und teilweisem Gliedmaßenverlust.

S9, SB8, SM9 - Schwimmer mit erheblichen Schwächen nur an einem Bein. Schwimmer mit geringen Koordinationsschwierigkeiten oder mit einem Gliedmaßenverlust.  Normalerweise starten diese Schwimmer außerhalb des Wassers.

S10, SB9, SM10 - Schwimmer mit geringen Schwächen an den Beinen. Schwimmer mit Einschränkungen der Hüftgelenksbewegung. Schwimmer mit geringen Deformitäten an  den Füßen oder geringem Verlust eines Teils einer Gliedmaße. Diese Klasse  besitzt die meisten körperlichen Funktionen.

S11, SB11, SM11 = Klasse B1 – Athlet/innen sind vollblind und müssen sichtundurchlässige Brillen tragen. Sie benötigen Hilfe von außen bei der Wende und am Ziel (Beckenrand).

S12, SB12, SM12 = Klasse B2 – Schwerstsehbehinderte Athlet/innen, die aber noch Umrisse erkennen können. Es besteht eine große Bandbreite der Sehfähigkeit innerhalb dieser Klasse.

S13, SB13, SM13 = Klasse B3 – Athlet/innen mit eingeschränkten Sehfähigkeiten.